Umlagen und Abgaben 2020

Die drei Komponenten für Ihren Strompreis

 

Der Strompreis für einen Haushaltskunden in Deutschland setzt sich im Wesentlichen aus drei Preiskomponenten zusammen:

  • Energieerzeugung, -beschaffung und -lieferung, inkl. Vertriebs- und Marketingkosten
  • Staatlich regulierte Entgelte für Transport und Verteilung der Energie (Netzentgelte)
  • Staatsquote (Steuern, Abgaben und Umlagen)

Bei einem durchschnittlichen Strompreis in Deutschland bildeten 2019 mit rund 55 % den mit Abstand größten Preisbestandteil die gesetzlich vorgeschriebenen Steuern, Abgaben und Umlagen, die sich zum 01.01. eines Jahres ändern.

Mit diesem Faltblatt möchten wir Ihnen die zum 01.01.2020 wirksam werdenden Änderungen des staatlichen Anteils in Deutschland vorstellen und Sie über die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr informieren.

Wir beginnen mit einer zusammenfassenden Übersicht für einen durchschnittlichen Haushaltskunden mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh/Jahr, wohnhaft in Hermaringen:
Entwicklung: Die Staatsquote steigt zum 01.01.2020 gegenüber dem Vorjahr in Summe um brutto 0,352 Cent/kWh (netto 0,296 Cent/ KWh). Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei brutto 12,32 EUR/Jahr (netto 10,35 EUR/Jahr).

 

  • Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

    Entwicklung: Zum 01.01.2020 steigt die EEG-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 6,405 Cent/kWh auf 6,756 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto 12,29 EUR/Jahr, zzgl. 19 % MwSt.

    Zweck dieses Gesetzes ist es, insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern.

    Förderung: Im EEG ist die Vergütung für die Stromeinspeisung aus regenerativen Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Erdwärme, Biomasse oder Photovoltaik geregelt (sogenannte EEG-Vergütung).

    Finanzierung: Die Finanzierung der für diese Stromeinspeisungen zu zahlenden Vergütungen erfolgt über ein Umlageverfahren und wird von allen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (sofern sie nicht entlastet sind in vorgenannter Höhe) über die jeweils verbrauchten Kilowattstunden getragen (sogenannte EEG-Umlage).

  • Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)

    Entwicklung: Zum 01.01.2020 sinkt die KWK-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,280 Cent/kWh auf 0,226 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto -1,89 EUR/Jahr, zzgl. 19 % MwSt.

    Zweck des Gesetzes ist es, die Nettostromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf 110 Terawattstunden bis zum Jahr 2020 sowie auf 120 Terawattstunden bis zum Jahr 2025 im Interesse der Energieeinsparung sowie des Umwelt- und Klimaschutzes zu erhöhen.

    Förderung: Im KWK-G ist die Vergütung für die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen geregelt (sogenannte KWK-Vergütung).

    Finanzierung: Ähnlich dem EEG wird die Förderung (bzw. Vergütung), die Betreiber von KWK-Anlagen erhalten, auf den gesamten Stromverbrauch, also auf jede in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde und damit auf alle Haushalts-, Gewerbe und Industriekunden (sofern sie keine Vergünstigung erhalten in vorgenannter Höhe) umgelegt (sogenannte KWK-Umlage).

  • § 19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

    Entwicklung: Zum 01.01.2020 steigt die § 19 StromNEV-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,305 Cent/kWh auf 0,358 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto 1,86 EUR/Jahr, zzgl. 19 % MwSt.

    Ziel des Gesetzgebers ist es, stromintensive Industriebetriebe unter bestimmten Bedingungen von den Entgelten für den Energietransport teilweise bis vollständig zu entlasten.

    Subvention: Nach § 19 Abs. 2 StromNEV erhalten Industrieunternehmen, unter bestimmten Voraussetzungen, auf Antrag reduzierte Netzentgelte.

    Finanzierung: § 19 Abs. 2 StromNEV regelt ferner, dass entgangene Erlöse durch Netzentgeltbefreiungen im Rahmen eines bundesweiten Ausgleichs analog § 26 KWK-G ausgeglichen werden. Die Umlage wird von allen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (sofern sie nicht entlastet sind in vorgenannter Höhe) über die jeweils verbrauchten Kilowattstunden getragen.

  • Offshore-Netzumlage gemäß § 17 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

    Entwicklung: Zum 01.01.2020 bleibt die Offshore-Netzumlage (bis einschl. 2018 als Offshore-Haftungsumlage bezeichnet) gegenüber dem Vorjahr unverändert bei netto 0,416 Cent/kWh.

    Ziel: Mit der Offshore-Haftungsumlage möchte die Bundesregierung die Risiken beim Netzanschluss von Offshore-Windparks begrenzen und die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Offshore-Anbindungsleitungen in der Nord- und Ostsee decken.

    Haftungsregelung: Über die Offshore-Netzumlage sollen Entschädigungszahlungen an Windparkbetreiber finanziert werden, wenn deren Anlagen durch Probleme mit dem Netzanschluss keinen Strom einspeisen können. Über die Haftungsregelung erhalten Windparkbetreiber 90% der vom Gesetzgeber versprochenen Einspeisevergütung, wenn ein Netzanschluss nicht rechtzeitig zustande kommt oder aufgrund von Störungen ausfällt. Darüber hinaus die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Offshore-Anbindungsleitungen in der Nord- und Ostsee gedeckt werden. Grundlage ist das Netzentgeltmodernisierungsgesetz, das im Juli 2017 in Kraft getreten ist.

    Finanzierung: Über die Offshore-Netzumlage werden die Haftung und die Netzanschlusskosten auf alle Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (in vorgenannter Höhe, sofern kein Entlastungsgrund vorliegt) auf die verbrauchten Kilowattstunden umgelegt.

  • Umlage für abschaltbare Lasten (AbLa-Umlage)

    Entwicklung: Die Umlage für abschaltbare Lasten wird seit dem 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben. Zum 01.01.2020 steigt die abLa-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,005 Cent/kWh auf 0,007 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto 0,07 EUR/Jahr, zzgl. 19 % MwSt.

    Weitere Steuern und Abgaben sind die Stromsteuer sowie die Konzessionsabgabe. Hier gibt es jedoch zum 01.01.2020 gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen.

  • Mehrwertsteuer (MwSt.)

    Entwicklung: Bei den Steuern-, Abgabe- und Umlagesätzen handelt es sich um Nettobeträge, zu denen noch die jeweils gültige Umsatzsteuer (derzeit 19 %) hinzuzurechnen ist. Allein hieraus ändert sich der Mehrwertsteueranteil wie folgt: Zum 01.01.2020 liegt die Veränderung für einen durchschnittlichen Haushaltskunden gegenüber dem Vorjahr bei 0,00 EUR/Jahr.

    Die Mehrwertsteuer in Höhe von derzeit 19 % wird natürlich auch auf den Energiepreis und den staatlich regulierten Netzentgeltanteil des Strompreises erhoben und liegt deshalb in Summe über dem hier ausgewiesenen Wert. Der Stromlieferant führt die Mehrwertsteuer in Summe an das Finanzamt ab.

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